Zu den größten Herausforderungen im Lebens eines Freiberuflers gehört es zu arbeiten, obwohl man eigentlich nicht die geringste Lust dazu hat. Während ich dies hier tippe, befinden sich meine Füße in einem Eimer Wasser und im Hintergrund pfeift ein Ventilator aus dem letzten Loch. Wie immer im Sommer gibt es zu viel Arbeit, zu viel Hitze und zu wenig Zeit. Zudem klebt beim Zeichnen die verdammte Hand ständig am Papier fest. Bevor ich also mein Rad raushole, um zum Badesee zu brettern, hier meine neuesten Webtipps.
Idyllische Illus
Webseiten mit alten Illustrationen gibt es viele. Doch wo bitteschön kann man ein Kinderbuch aus den 50ern bewundern, das vom unvergleichlichen André Franquin gestaltet wurde? Die recht kitschige Geschichte »Joyeuses Pâques Pour Mon Petit Noël« erschien ursprünglich als Comic. Dass die Story auch in Prosaform umgesetzt wurde, war mir neu. Danke, liebes Internet!
Herrliche Hackfressen
Wie würden Comicfiguren wohl in der Realität aussehen? Dank moderner Computertechnik ist so etwas leicht zu bewerkstelligen. Nur leider sehen Bart Simpson, Beavis und Butthead, Charlie Brown und Barney Geröllheimer in aufwändiger 3D-Optik aus, als wären sie einer Freak Show entsprungen. Da denkt selbst der größte Computerfetischist: Vielleicht ist es doch ganz gut, dass Tusche und Papier noch nicht ausgestorben sind.
Lässiges Luder
Little Lulu ist in Amerika so etwas wie eine Kultfigur weiblicher Comic-Fans. Ein Klassiker ist sie allemal. Die Kreation von Marjorie Henderson Buell erschien ursprünglich als Gag-Cartoon in der Saturday Evening Post. Wegen des großen Erfolges gab es bald Zeichentrickfilme, erstklassige Comichefte und viel Merchandising-Ramsch mit der frechen Göre. Hier eine kleine Auswahl alter Strips. Seltsamerweise ist Little Lulu das einzige Mädchen, das es mit allen anderen Comichelden aufnehmen konnte. Und seltsamerweise ist sie bei uns fast unbekannt. Weibliche Identifikationsfiguren sind rar in der großen bunten Comicwelt. Warum bloß?
Dröge Drehorte
Die Filmfreaks Dane Sears und Duane Graves hatten eine grandiose Idee. Warum nicht die Drehorte all ihrer Lieblingsfilme aufsuchen und vor Ort die Unterschiede zwischen Film und Realität dokumentieren. Auf ihrer Seite Silver Screen Sites kann man nachprüfen, wie gruselig die Schauplätze von »Misery« wirklich sind, wo genau Al Pacino in »Der Pate« seine Rivalen um die Ecke brachte und auf welcher Parkbank Forrest Gump seine Schachtel Pralinen verputzte. Ernüchternd.
Eckiges Ende
Wenn Computer diese Welt übernehmen, wird alles in handliche Pixel zerlegt. Das zumindest befürchtet Patrick Jean, der mit seinem originellen Kurzfilm »Pixels« einen Vorgeschmack auf die schöne neue digitale Welt liefert. Wolkenkratzer werden hier als Tetris-Blöcke zweckentfremdet, und auch der altehrwürdige Pac-Man meldet sich mampfend zurück.

Zu dumm, dass ich so feige bin, denn sonst hätte ich längst meinen Traum verwirklicht, eine Bank zu überfallen. Ich bin mir sicher, dass meine Knie vor Angst schlottern würden, wenn ich mit der Wumme in der Hand in den Kassenbereich spaziere, aber ich bin auch überzeugt, ich würde mich danach befreit fühlen wie nie.
Wenn ich schreibe, muss es mucksmäuschenstill sein, beim Zeichnen hingegen ist etwas Gedudel im Hintergrund eher förderlich. Die Zeit vergeht einfach schneller. Deshalb nutze ich die Stunden vorm Computer gern, um meinen musikalischen Horizont zu erweitern.
Vor zehn Jahren erschien das erste Buch, an dem ich beteiligt war:
Erwachsene Männer, die in kurzen Hosen herumlaufen und von ihren Freunden »Schweini« gerufen werden, waren mir schon immer höchst suspekt. Vom Trikottausch wollen wir lieber gar nicht reden. Zum Glück hab ich so viel zu tun, dass ich von der Fußball-WM beinahe gar nichts mitbekommen hätte – wären da nicht die lauten Vuvi … äh … Vuzzu … äh … Tröten meiner Nachbarn. Für alle, denen der Rummel langsam auf die Nerven geht, kommt hier wieder mein Angebot aus den unendlichen Weiten des Internets.
Über Fußball gibt es viele Meinungen. Der englische Pamphletist Philip Stobbes hatte keine gute. »Ein teuflischer Zeitvertreib«, so schrieb er in seinem 1583 veröffentlichten Werk The Anatomie of Abuses, »der Neid, Groll und Bosheit wachsen lässt, und manchmal gar zu Streit, Mord, Totschlag und großem Blutverlust führt.«
Irgendwie ist mir in den letzten Wochen der alte Schwung abhanden gekommen. Jawoll, Sie haben richtig gehört, liebe Römer und Landsleute. Manchmal ist es schon eine Kraftanstrengung, eine neue Kolumne zu schreiben. Unglaublich, aber wahr! Vor allem, wenn draußen die Sonne scheint.
Endlich erreicht so etwas ähnliches wie Sonnenschein unsere überfluteten Vorgärten. Sollte das der lang erwartete Sommer sein? Oder nur der Vorbote einer nicht enden wollenden Dürreperiode? Auf jeden Fall ist es ein Anlass, nichts zu tun. Wir, die wir in der Unterhaltungsbranche tätig sind, sagen dazu Sommerpause.
Erst neulich fiel mir wieder mal auf, wie vergänglich doch alles ist. Als vor ein paar Wochen der britische Kriminalschriftsteller Peter O’Donnell das Zeitliche segnete, griff ich zum ersten Mal seit sehr langer Zeit zu seinen Büchern, die in der hintersten Ecke meines Regals verstauben. Vor etwa zwanzig Jahren war ich einmal ein großer Fan seiner Heldin Modesty Blaise. Jetzt waren mir Druckerzeugnisse mit markigen Titeln wie »Ein Gorilla für die Lady« und »Die Lady lässt es blitzen« eher peinlich. Die deutschen Ausgaben schrecken eher ab, als dass sie zum Lesen animieren. Deshalb legte ich Modesty Blaise und Peter O’Donnell irgendwann unter der Rubrik »Jugendsünde« ab.
Die meisten Heavy Metal-Fans sehen Ozzy Osbourne als den besten Black Sabbath-Sänger aller Zeiten an. Nicht wenige sind sich vielleicht gar nicht bewusst, dass es da auch noch andere gab. Eigentlich sogar ganz schön viele, denn Black Sabbath zählen zusammen mit Deep Purple zu den zickigsten Bands in der an Diven nicht eben armen Metal-Szene. Trennungen und Reunions sind da an der Tagesordnung. Für mich persönlich jedenfalls ist Ronnie James Dio der eigentliche Black Sabbath-Sänger. Der erste Eindruck ist ja immer der prägende und bevor ich die Ozzy-Alben kannte, hörte ich damals, 1982, den Konzertmitschnitt »Live Evil« rauf und runter und natürlich rückwärts, auch wenn ich dabei die versprochenen satanischen Botschaften nicht entdecken konnte. Dafür wurde mir die Platte allerdings bei einer Geburtstagsparty gestohlen, weshalb ich sie mir ein zweites Mal zulegen musste. Ich denke, das zeigt deutlich, wie sehr ich sie schätzte.
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