Harvey Kurtzman Special

Weyershausen am 26. Oktober 2008 in Netzball

kurtzmanHarvey Kurtzman war nicht nur der Erfinder von Alfred E. Neumann und MAD, sondern revolutionierte mit seinem einzigartigen Stil den Humor einer ganzen Generation. Der Witz von »Saturday Night Live«, die Filme der Zucker-Brüder, die Comics von Art Spiegelman und Robert Crumb. Sie alle wären ohne Kurtzman nicht denkbar.

Obwohl er ein erstklassiger Zeichner war, ist er hauptsächlich als Redakteur und Autor in Erscheinung getreten. Kurtzman ist auch dafür verantwortlich, dass sein damaliger Assistent Terry Gilliam seinen zukünftigen Monty Python-Kollegen John Cleese traf. Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte.

Für »Playboy« steuerte Kurtzman über zwanzig Jahre lang die Layouts und Texte der Comicsatire Little Annie Fanny bei. Hier ein paar Glanzlichter seiner langen Karriere:

Kurtzmans kleine Welt

Auf der wunderbaren Website der Kurtzman-Familie kann man die größte Sammlung von Originalen des Meisters bestaunen, die das Internet zu bieten hat. Interessant sind vor allem die Skizzen für zahlreiche Titelbilder. Für Kurtzman-Einsteiger sowie für Hardcore-Fans ein Muss!

Kurtzman, der rasende Reporter

Für das Magazin »Esquire« besuchte Kurtzman in den späten 50ern die Dreharbeiten einiger populärer TV-Shows und Filme, um in Comicform darüber zu berichten. Hier schaute er sich am Drehort eines Streifens mit James Cagney um, der in Irland produziert wurde. Diese Form der Berichterstattung war damals eine absolute Novität und zeigt Kurtzman auf dem Höhepunkt seines bemerkenswerten Könnens. Leider trat er in späteren Jahren immer seltener als Zeichner in Erscheinung. Deshalb sind die wenigen Beiträge, die er ohne Mitarbeiter verfasste, heute umso wertvoller.

Kurtzman, der charismatische Chefredakteur

Fast zwanzig Jahre nach Kriegsende bat Harvey Kurtzman, damals Chefredakteur des Satireblatts »Help!«, seinen alten Freund, den Cartoonisten Arnold Roth, einen Reisebericht über Deutschland, den einstigen Feind, zu zeichnen. Auf dem Höhepunkt des kalten Krieges beschäftigte die Teilung Berlins und deren Folgen die ganze Welt. Roth besichtigte die Berliner Mauer, Nazis mit Gedächtnisschwund und die damals vorherrschende Männerknappheit Deutschlands aus nächster Nähe. Das Ganze erschien 1963.

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