datenautobahn_13Zu den größten Herausforderungen im Lebens eines Freiberuflers gehört es zu arbeiten, obwohl man eigentlich nicht die geringste Lust dazu hat. Während ich dies hier tippe, befinden sich meine Füße in einem Eimer Wasser und im Hintergrund pfeift ein Ventilator aus dem letzten Loch. Wie immer im Sommer gibt es zu viel Arbeit, zu viel Hitze und zu wenig Zeit. Zudem klebt beim Zeichnen die verdammte Hand ständig am Papier fest. Bevor ich also mein Rad raushole, um zum Badesee zu brettern, hier meine neuesten Webtipps.

Idyllische Illus

Webseiten mit alten Illustrationen gibt es viele. Doch wo bitteschön kann man ein Kinderbuch aus den 50ern bewundern, das vom unvergleichlichen André Franquin gestaltet wurde? Die recht kitschige Geschichte »Joyeuses Pâques Pour Mon Petit Noël« erschien ursprünglich als Comic. Dass die Story auch in Prosaform umgesetzt wurde, war mir neu. Danke, liebes Internet!

Herrliche Hackfressen

Wie würden Comicfiguren wohl in der Realität aussehen? Dank moderner Computertechnik ist so etwas leicht zu bewerkstelligen. Nur leider sehen Bart Simpson, Beavis und Butthead, Charlie Brown und Barney Geröllheimer in aufwändiger 3D-Optik aus, als wären sie einer Freak Show entsprungen. Da denkt selbst der größte Computerfetischist: Vielleicht ist es doch ganz gut, dass Tusche und Papier noch nicht ausgestorben sind.

Lässiges Luder

Little Lulu ist in Amerika so etwas wie eine Kultfigur weiblicher Comic-Fans. Ein Klassiker ist sie allemal. Die Kreation von Marjorie Henderson Buell erschien ursprünglich als Gag-Cartoon in der Saturday Evening Post. Wegen des großen Erfolges gab es bald Zeichentrickfilme, erstklassige Comichefte und viel Merchandising-Ramsch mit der frechen Göre. Hier eine kleine Auswahl alter Strips. Seltsamerweise ist Little Lulu das einzige Mädchen, das es mit allen anderen Comichelden aufnehmen konnte. Und seltsamerweise ist sie bei uns fast unbekannt. Weibliche Identifikationsfiguren sind rar in der großen bunten Comicwelt. Warum bloß?

Dröge Drehorte

Die Filmfreaks Dane Sears und Duane Graves hatten eine grandiose Idee. Warum nicht die Drehorte all ihrer Lieblingsfilme aufsuchen und vor Ort die Unterschiede zwischen Film und Realität dokumentieren. Auf ihrer Seite Silver Screen Sites kann man nachprüfen, wie gruselig die Schauplätze von »Misery« wirklich sind, wo genau Al Pacino in »Der Pate« seine Rivalen um die Ecke brachte und auf welcher Parkbank Forrest Gump seine Schachtel Pralinen verputzte. Ernüchternd.

Eckiges Ende

Wenn Computer diese Welt übernehmen, wird alles in handliche Pixel zerlegt. Das zumindest befürchtet Patrick Jean, der mit seinem originellen Kurzfilm »Pixels« einen Vorgeschmack auf die schöne neue digitale Welt liefert. Wolkenkratzer werden hier als Tetris-Blöcke zweckentfremdet, und auch der altehrwürdige Pac-Man meldet sich mampfend zurück.

  • Share/Bookmark


Kommentar schreiben