Programmtipps 3

Weyershausen am 25. August 2008 in Netzball

batmanElender Sommer! Verleitet uns doch glatt zu langen Grillabenden, Besuchen am Badesee oder zum gelegentlichen Glas Wein im Garten. Und überall lauern Hautkrebs, Zeckenbisse und Fußpilz. Wo wir doch am heimischen Computer viel sicherer aufgehoben wären! Egal! Um uns alle auf die langen dunklen Herbsttage vorm Rechner einzustimmen, habe ich hier ein paar Links, die unsere vom Sommer verweichlichten Mausfinger trainieren werden.

Bilder aus der Vergangenheit

Seit vielen Jahren kämpft die Holocaustüberlebende Dina Babbitt darum, jene Gemälde zurück zu bekommen, die sie einst im Konzentrationslager malte. Die Bilder befinden sich heute im Auschwitz Museum, wo sie zu den eindringlichsten Exponaten der Gedenkstätte zählen. Der historische Wert dieser Gemälde sei weitaus bedeutender als die Eigentumsrechte der 84jährigen, argumentiert das Museum. Die Comic-Veteranen Neal Adams, Joe Kubert und Stan Lee sind anderer Meinung und haben nun ein sechsseitiges Pamphlet in Comicform erstellt, das Dina Babbitt endlich zu ihrem Recht verhelfen soll.

Pappige Plattenteller

Für alle, die ihre antike Schallplattensammlung nicht mehr hören können, da der Plattenspieler den Geist aufgegeben hat, gibt es jetzt eine kostengünstige Lösung. Der Tüftler Simon Elvins bastelte einen Plattenspieler aus Pappe, der ganz ohne Strom funktioniert. Als Verstärker dient ein Trichter, an dem eine Nadel angebracht ist. Damit sich der Plattenteller dreht, muss gekurbelt werden. Partytauglich ist er allerdings nur für ganz leise Menschen.

Der Proto-Superman

Mit ihrem Comichelden »Superman« schrieben Autor Jerry Siegel und Zeichner Joe Shuster Geschichte. Jetzt fanden die Erben Siegels ein paar verwitterte Fotokopien, die belegen, dass es bereits eine frühere Version Supermans gab. Statt des jungen Shuster führte hier ein Profi namens Russel Keaton den Zeichenstift. Und auch die Geschichte unterscheidet sich in wesentlichen Elementen von der Version, die wir alle kennen. Ein interessanter Fund.

Orsons Ohrwürmer

Die goldene Zeit des Radios erlebte ihren Höhepunkt, als Orson Welles mit seinem Hörspiel »Krieg der Welten« 1938 ganz Amerika in Angst und Schrecken versetzte. Das Multitalent Welles war danach ein gemachter Mann. Auf der Website The Mercury Theatre on the Air kann man sich selbst ein Bild von der sagenumwobenen Produktion machen. Dazu gibt es Aufzeichnungen weiterer Radiohörspiele, die ebenfalls von Welles populärer Truppe umgesetzt wurden. Im Jahrhundertwerk Citizen Kane konnte Amerika dann endlich die Gesichter der Radiogrößen sehen.

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