Neues vom Straßenrand der Datenautobahn 10
Zur Einleitung meiner neuen Webtipps eine kleine Karikatur, die ich in wenigen Minuten spontan mit Copic-Markern, einem Buntstift und Tipp-Ex hingeschmiert habe. Mir gefällt besonders, dass man sogar noch die Bleistiftstriche sieht. Wer der komische Kauz ist? Nun, ein amerikanischer Schriftsteller, der gern Wassermusik hört.
Nun aber zu den Webtipps: Obwohl ich eigentlich gar keine Zeit habe, sind mir auch in der letzten Woche wieder einige Seiten begegnet, die zu interessant sind, um sie meinen Mitmenschen vorzuenthalten. Wer produziert eigentlich diese verborgenen Schätze?
Neulich, als ich mit ein paar Freunden ein Bier trank, überlegte ich noch laut, dass Menschen, die sich Tag für Tag die Mühe machen, einen neuen Blog-Eintrag zu schreiben, ganz schön einsam sein müssen – denn: Wer hat so viel Zeit? Wohl nur Arbeitslose, Rentner, Millionäre oder Menschen, die kein Leben haben. Gott segne sie, die armen gepeinigten Seelen (die Millionäre vielleicht etwas weniger)!
Famose Visagen
Auf den Seiten eines Blogs mit dem wohlklingenden Titel »Hey, Oscar Wilde! It’s Clobbering Time!!!« findet man etliche Portraits und Karikaturen bekannter Schriftsteller, die von teils nicht minder bekannten Illustratoren und Cartoonisten verewigt wurden. Natürlich zeichnet ein Jeder gern seinen Lieblingsautor. Deshalb findet man auch ganz viele Edgar Allen Poes, Dashiell Hammetts und Raymond Chandlers, aber keine Barbara Cartland. Na sowas!
Bunte Brillen
Los, kramt Eure vermoderten 3D-Brillen raus! Durch Zufall endeckte ich auf flickr ein tolles Album mit vielen Dreidimensionalen Bildern aus der Vergangenheit. Obwohl es ein Gimmick ist, das schnell langweilig wird, haben dreidimensionale Aufnahmen immer einen besonderen Reiz. Stummfilmkomiker Harold Lloyd fand dies übrigens auch und knipste in seiner Freizeit am liebsten 3D-Fotos von nackten Frauen. Der Mann hatte eben Stil.
Klangvolle Quellcodes
Es soll ja esoterisch veranlagte Menschen geben, die behaupten, dass jeder Farbton seinen eigenen Klang hat. Seit kurzem gibt es sogar Leute, die Internetseiten Klänge entlocken können. Auch hier war die Technik der Esoterik mal wieder eine Nasenlänge voraus. Wer die Hitverdächtigkeit der eigene Homepage oder des eigenen Blogs antesten möchte, sollte ganz schnell seine Webadresse kopieren und sie unter www.codeorgan.com eingeben. Sofort wird dort der Quellcode analysiert und in Töne umgewandelt. Allerdings soll es auch ganz schweigsame Seiten geben, bei denen dies nicht funktioniert.
Farblose Fotos
Blogs, auf denen man alte Filmfotos bewundern kann, mag ich besonders gern. Monochrome Aufnahmen haben eine Optik, die nicht von dieser Welt ist. Höhepunkt jener Art von Fotografie waren wohl die Nachkriegsjahre, in denen viele pessimistische Filme mit dunklen, bedrohlichen Bildern entstanden. Auf filmnoirphotos findet man aber auch Plakate und Starportraits aus anderen Epochen. Eine echte Fundgrube.
Bonus-Tipp: Verenas Weltlaterne
Den für mich seit langem besten Beweis dafür, dass Frauen doch Humor haben, liefert der Blog der Berliner Schriftstellerin und Journalistin Verena Dittrich. Unter »Verenas Weltlaterne« kann man Tag für Tag die Befindlichkeiten der jungen Stadtneurotikerin nachlesen. Witzig, charmant, geistreich und originell.
