Weiß hier eigentlich jemand, was eine Gammeltimpe ist? Oder eine Gackerröhre?
Während alle Welt sich über das Aussterben von Nashörnern oder Pandabären Gedanken macht, sehen wir sprachlos zu, wie ein bedrohtes Wort nach dem anderen das Zeitliche segnet. Zu den Todesfällen gehören auch solch herrliche Wortschöpfungen wie Gedöns, Brimborium und Klimbim. Natürlich werden jetzt viele einwenden, dass unsere Sprache etwas Lebendiges ist und sich ständig weiterentwickelt. Klar, dass da Wörter wie Bredouille, Hupfdohle oder Pfennigfuchser in Vergessenheit geraten, oder besser gesagt: als umgangssprachliche Kollateralschäden elendig verrecken.
Ich für meinen Teil wäre traurig, wenn Begriffe wie Quacksalber und Wuchtbrumme aus unserem Wortschatz verschwinden. Zumal es bis heute keinen vollwertigen Ersatz gibt. Stattdessen schleichen sich vermehrt Anglizismen in unseren alltäglichen Sprachgebrauch ein, die gänzlich unoriginell sind. Neben dem Klassiker »knorke« sieht »cool« jedenfalls ganz schön lahm aus.
Doch es ist nicht alles verloren. Erst neulich hörte ich eine Grafikdesignerin sagen: »Der Chef kam just in diesem Moment zur Tür rein.« Da geht einem alten Hagestolz wie mir natürlich sofort das Herz auf. Toll ist auch, wenn man solchen Wortfossilien in alten Filmen begegnet. So wie folgender Dialog, der aus einem alten Woody Allen-Film aus den frühen 70ern stammt:
Sie: »Ich geb heut Abend eine kleine Party.«
Er: »Ach? So ‘ne richtig dufte Zentralschaffe?«
Wäre es nicht schade, wenn Wörter wie Pomadenhengst, Pappenstiel, Potztausend und Pissnelke vollständig verschwinden würden? Immerhin gibt es so viele bedrohte Wörter, dass Autor Bodo Mrozek gleich zwei Lexika mit ihnen füllen konnte. Im Internet existiert sogar eine Seite namens Wortweide, auf der man Patenschaften für seine Lieblingsbegriffe übernehmen kann. Für den Atombusen zum Beispiel, das Bratkartoffelverhältnis oder den Dreikäsehoch. Also ich finde das ganz famos, richtig schnieke sogar.

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