Neues vom Straßenrand der Datenautobahn 7

Weyershausen am 2. November 2009 in Netzball

datenautobahnEigentlich wollte ich letzte Woche mit meiner patentierten Dr. Frankenstein-Zombie-Maske das Nachtleben unsicher machen. Schließlich war Halloween. Doch dann beschloss meine ungehorsame Nase impertinenterweise, ihren Geist aufzugeben. Stattdessen hockte ich am Wochenende mit Taschentüchern und etlichen Litern Tee sowie mit meinem Laptop bewaffnet auf dem Sofa. Was ich dort alles entdeckte, kann man in den folgenden Zeilen nachlesen.

Dürftige Darsteller

Die meisten von uns kennen Ed Wood aus dem gleichnamigen Film von Tim Burton. Wood gilt allgemein als schlechtester Regisseur aller Zeiten. »Glen or Glenda«, »Bride of the Monster« und sein bekanntestes Machwerk »Plan 9 from Outer Space« dürfen in keiner Trash-Sammlung fehlen. Genau so trashig wie Eds Filme waren auch die Darsteller, die in ihnen auftraten. Die TV-Moderatorin Vampira, der ehemalige Catcher Tor Johnson und der Wahrsager Crisswell sind heute Kultfiguren. So schaurig schön waren sie, dass man ihnen vor einigen Jahren eine Sammelkarten-Serie gewidmet hat. Illustriert hat sie der geniale Zeichner Drew Friedman, der selbst bekennender Fan des woodschen Œuvres ist. Noch mehr über Wood findet man hier.

Fern-Ostalgie

Während amerikanische, französische und deutsche Filmplakate vergangener Jahre fast alle aussahen wie die Titelbilder billiger Groschenromane, hatten sowjetische Filmplakate echte Klasse. Grafisch – vor allem typografisch innovativ und ihrer Zeit weit voraus – zeigten sie beeindruckend auf, dass die Plakate manchmal größere Kunstwerke waren als die Filme, die mit ihnen beworben wurden. Hier eine kleine Auswahl.

Diese Altneunundsechziger!

Vor vierzig Jahren, als Sozialpädagogen die Welt beherrschten, alles bei Käse und Rotwein (und zum Klang einer Wandergitarre) ausdiskutiert wurde und »Humor« in Deutschland oft mit »Tumor« verwechselt wurde, gab es eine Filmzeitschrift, die den treffenden Namen FILM trug. Das klang logisch. Wer wissen möchte, wie in jener Zeit Zeitschriften gemacht wurden, sollte unbedingt einen Blick auf diese Seiten werfen. Humor ist vergänglich, sagte der große René Goscinny einmal. Unfreiwilliger Humor wird dagegen mit den Jahren immer schöner!

Bob, der Klauberger

Als ich neulich zum ersten Mal Nat King Coles Edelschnulze »Red Sails in the Sunset« hörte, wurde ich stutzig. Hatte ich diese Melodie nicht schon mal irgendwo gehört? Ein Griff in meine CD-Kiste brachte Klarheit. Tatsächlich, die Melodie ist nahezu identisch mit dem Stück »Beyond the Horizon« von Bob Dylan, welches man auf seiner hochgelobten CD »Modern Times« findet. Ein dreistes Plagiat, eine Hommage, oder war »his Bobness« einfach nur bekifft? Werden wir es je erfahren? Ich find’s jedenfalls witzig!