März Spezial Dragees

wortmax am 3. März 2011 in Bumsdorf

dragees»Schlaf ist eine Unhöflichkeit gegenüber der Nacht«, schrieb einst der deutsche Aphoristiker Hans Kudszus. Ich adaptiere diese komische Feststellung mal für mein Urteil über Jahreszeiten: »Der Winter ist eine Unhöflichkeit gegenüber den Rest des Jahres«. Zum Glück ist er jetzt vorbei, der Winter, nicht der Rest des Jahres.

Wir haben März und damit beginnt – Hurra! – die schönste Zeit des Jahres. Nicht nur für mich. Auch die Autorenkollegen bekommen wieder Triebe und schlagen aus. Lange genug haben sie sich in dunklen Spelunken ihren Winterdepressionen hingegeben. Jetzt sind sie wieder da, voller Tatendrang, und mailen mir dauernd frische Termine und erzählen von neuen Buchvorhaben.

Den Anfang machte vor zwei Tagen unsere Hausrockband »Read ‘em all«. Till Burgwächter, Axel Klingenberg und Frank Schäfer unternahmen mit ihrer Heavy-Metal-Lesung den Versuch, Bielefeld aufzumischen. Ob ihnen dies gelungen ist, werden wir bestimmt in Kürze erfahren, wenn »Axelotl Roadkill« Klingenberg seinem Tour-Tagebuch eine weitere Seite hinzufügt.

Um Autos geht es morgen, am 4. März, in Sinsheim. Im Auto und Technik Museum auf dem Museumsplatz (wo sonst?) liest Matthias Penzel aus seinem neuen Buch: »Objekte im Rückspiegel sind oft näher, als man denkt«. Eine Veranstaltung nicht nur für Oldtimer- und Automobil-Freaks. Zum Programm gehören auch eine Filmvorstellung und ein kurzer Rundgang durch die American Dream Cars Ausstellung des Museums. Die Fahrt beginnt um 19.30 Uhr.

Unterwegs ist Herr Penzel mit seinem neuen Buch auch im Fernsehen. Er war zu Gast in der Sendung Lese:Zeichen des Bayrischen Rundfunks. Einmal wird sie als Wiederholung noch ausgestrahlt, und zwar auf dem Digitalkanal br alpha, am Samstag, den 05.03. um 22.00 Uhr. Also bitte mal kurz vom Aktuellen Sportstudio rüberzappen!

Von Sinsheim geht es anschließend zurück nach Braunschweig, wo das 8. Braunschweiger Satirefest eröffnet wird. Dieter Hildebrandt, Frank Lüdecke, Richard Rogler, Matthias Deutschmann und Frank Goosen gehören zu den bekannteren Namen des Programms, welches sich über mehrere Wochen erstreckt. Autoren aus dem wortmax-Netzwerk sind ebenfalls am Start. Zum Beispiel Thorsten Stelzner, der am 13. März in seiner gewohnt lyrisch-agressiven Art über »Stinker, Schleimer und Wiederholungstäter« herzieht.

Einen Monat später, am 15. April, haben die Punchliner ihren Auftritt beim Satirefest: mit der Punchliner-Show 2011. Durch das Programm führt Axel Klingenberg, seines Zeichens Gründer der Lesebühne »Bumsdorfer Auslese«. Seine Gäste sind: Marcel Pollex (der lässigste Vorleser, den Braunschweig zu bieten hat), Dominik Bartels und Björn Högsdal.

Doch zurück zum März. Wir bleiben in Braunschweig, springen aber in die Bücherei Wenden (Heideblick 20), wo Karsten Weyershausen und Holger Reichard noch einmal die Perlen aus ihren Büchern »111 Gründe, erwachsen zu werden« und »111 Gründe, sich selbst zu lieben« vortragen werden. Um Anmeldung wird gebeten. Der Eintritt kostet 6,00 €, Schüler dürfen umsonst rein. (Unser Beitrag für die Bildungsrepublik Deutschland, welcher dringend notwendig ist, nachdem ein Doktortitel hierzulande nichts mehr zählt).

Lange feiern können wir nach unserer Lesung in Wenden nicht. Es sei denn, wir machen durch. Denn am 18.03. geht es in aller Herrgottsfrühe nach Leipzig. Buchmessenzeit. Wer nicht mitfährt, muss zur Strafe bei der 7. Bumsdorfer Auslese ran. Diese findet am Abend des Tages statt, wie immer in der KaufBar in der Helmstedter Straße 135. Mit dabei sind: MarcD. aus W., Wiebke Saathoff, Marcel Pollex, Daniel Terek und Till Burgwächter. Am Klimperkasten sitzt Play-it-again-Ben Büttner. Gaststar ist Finn Bostelmann. Das Thema des Abends lautet: Tragische Momente in schönen Landschaften.

Um die tragischen Momente gesamtdeutsch ins Visier nehmen zu können, reisen wir gleich weiter. Zunächst gen Osten. Marc D. aus W. und Marcel Pollex sind voraussichtlich am 19.03. zu Gast bei Hauke von Grimm und seinen Kollegen, in der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz. (Detaillierte Infos reiche ich nach, sobald sie vorliegen.) Und am 26.03. gibt’s Neues im Westen. Till Burgwächter besucht die Alte Molkerei in Bocholt (Werther Str. 16), um im Vorprogamm der großartigen »No Inner Limits« aus seinem Werk »Tillicus Glossicus Metallicus« zu lesen.

Klassisch verabschiedet sich der März von uns, in der KaufBar, unserer Heimspielstätte, mit: Einfach G.E.L. Eine (auto-)biografische Lesung über Gotthold Ephraim Lessing. Von Hardy Crueger und Thorsten Stelzner. Am Sonntag, den 27. März 2011 um 11.00 Uhr. Achtung: Sommerzeit! Und nochmal ein kräftiges Hurra!

Nach so viel Bühnenpräsenz und Wanderlust sollte man sich im April aufs Sofa legen und ein gutes Buch zur Hand nehmen. Wir empfehlen »Eintracht und Zwietracht. Braunschweiger Geschichten«, welches dann ganz frisch auf dem Markt ist und idealerweise den Weg der hiesigen Fußballmannschaft in die Zweite Bundesliga begleitet. Nein, kein Aprilscherz!

Sommerpause in Bumsdorf

Axel Klingenberg am 7. Juni 2010 in Bumsdorf

SommerpauseEndlich erreicht so etwas ähnliches wie Sonnenschein unsere überfluteten Vorgärten. Sollte das der lang erwartete Sommer sein? Oder nur der Vorbote einer nicht enden wollenden Dürreperiode? Auf jeden Fall ist es ein Anlass, nichts zu tun. Wir, die wir in der Unterhaltungsbranche tätig sind, sagen dazu Sommerpause.

Die Sommerpause fängt zwar früh an, das gebe ich zu, dafür dauert sie aber auch lange. Die gewaltigen Gagen wollen schließlich verprasst und mit gestreckten Drogen (Alster) durchgebracht werden. Mit unserer Lesebühne, der Bumsdorfer Auslese, sind wir erst im September wieder da, dann aber öfter als bisher und sogar regelmäßig. Alle zwei Monate, am jeweils zweiten Freitag des Monats, wollen wir Euch dann Musik, Satire, Literatur und Slam Poetry nahebringen.

Wenn Ihr jetzt schon wissen wollt, was Euch in der kommenden Spielzeit erwartet, muss ich Euch enttäuschen. Wir Bumsdorfer sind immer die letzten, die erfahren, was auf unserer Lesebühne vor sich geht. Der Spontanität zuliebe sprechen wir uns nämlich nicht ab und miteinander sowieso nur über unsere Anwälte. So ist das in der Unterhaltungsbranche. Da muss man durch.

Was unseren Plan betrifft, große Stars zu engagieren, kann ich allerdings schon etwas Licht ins Dunkel bringen. Mario Barth und Atze Schröder zu signen (wie wir in der Unterhaltungsbranche sagen), habe ich nach tagelangen Selbstgesprächen verworfen. Dafür jedoch werden die um einiges weniger prominenten, aber unendlich guten Vortragskünstler Christian Sölter (Hannover), Hauke von Grimm (Leipzig) und Heiko Werning (Berlin) metropolitanen Glamour auf unsere kleine Provinzbühne bringen.

Also, man sieht sich am 10. September in der KaufBar in Braunschweig. Ich freue mich schon jetzt darauf, und meine Bumsdorfer Autorenkollegen vermutlich ebenfalls.

Mit sommerlichen Grüßen

Axel Klingenberg
(nach Diktat verreist)