In diesem Sommer geht es ruff un’ runner, wie die Hessen sagen. Vor einanderthalb Wochen, beim 12. Jahrestreffen der Douglas-Adams-Fans im Ostharz, mussten wir nach der feierlichen Aufbereitung von Merguez-Würstchen und Halloumi-Käse noch Kaminholz in den Grill schmeißen, um in den kühlen Nächten nicht messnersche Erfrierungen zu erleiden. Natürlich hatten wir alle unser Handtuch dabei. Doch bei den eisigen Temperaturen half das wenig.
Heute soll das Quecksilber mal wieder auf 26 Grad klettern. Eine gute Gelegenheit also, diesen Text auf der Terrasse zu schreiben und nicht im miefigen Büro. Dumm nur, dass die hiesigen Bauern gerade wie verrückt Gülle durch die Gegend fahren – ruff un’ runner, wie die Hessen sagen. Obendrein surren gefühlt 5.000 Fadenmäher durch die Sommerluft. Warum können Bauern und Baumarktfuzzis sowas nicht im Winter machen?
In ein paar Wochen ist mir das egal. Dann geht es wieder unter die mediterrane Sonne nach Spanien. In meinem bevorzugten Urlaubsdomizil bewegen sich die Temperaturen schon seit Wochen konstant zwischen 28 und 32 Grad Celsius. Bei solchen Wetterbedingungen kann man nichts anderes machen als schreiben, lesen, essen, schlafen und den trägen Körper einmal pro Tag durch einen kleinen Pinienwald zum Strand schleppen. Lästig ist hier allenfalls das Auf- und Abbauen der Zeltmuschel.
Allerdings: Nicht alle bei wortmax versammelten Autoren sind in den kommenden Tagen so untätig wie der Herr wortmax selbst. Wiebke Saathoff und Marc Domin zum Beispiel stopfen das Sommerloch mt einer Lesung im Nexus in Braunschweig, am 23. Juli. Und Herr Burgwächter (»Tillicus Glossicus Metallicus«) lässt es – wie nicht anders zu erwarten – wieder richtig krachen. Er schüttelt am 29. Juli in Vorbereitung auf das Wacken Open Air im Ballroom in Osnabrück sein Haupthaar – zu den rustikalen Texten, die er bei solchen Veranstaltungen zu lesen pflegt.
Der August ist ein toter Fisch im Wasser. Erst im September dehnt die Bumsdorfer Autorenschaft wieder ihre Sprechmuskeln, zu den Kulturnächten in Helmstedt und Wolfenbüttel sowie zum Start in die neue Saison der Bumsdorfer Auslese. Damit bin ich bei dem Thema angekommen, über das ich heute schreiben wollte: die nahe Zukunft unserer beschaulichen Lesebühne.
Die Bumsdorfer Auslese – ab September mit neuen Trikots
Vor ein paar Wochen kam es im Café Riptide in Braunschweig zu einem konspirativen Treffen. Bei Wolters, Weizenbier und Nerdbrause wurde beschlossen, dass wir unsere Auftritte in der KaufBar künftig anders gestalten wollen. So haben wir ab September nicht mehr nur einen lesenden Menschen zu Gast, sondern zusätzlich auch einen musizierenden.
Da es auf der Bühne so eng wäre wie in einem Latexanzug, wenn sich die feste Belegschaft plus zwei Gäste plus diverse Instrumente plus Lesebiber darauf tummeln, werden zu einer Veranstaltung nie alle Mitglieder des Ensembles anwesend sein, sondern sich bei den zweimonatigen Auftritten abwechseln. Wandern wird auch das Moderatoren-Mikrofon. Jeder darf mal.
Auf diese Weise wird die Bumsdorfer Auslese eine erfrischende Fluktuation erfahren. Es geht dann ruff un’ runner, wie die Hessen sagen. Die Gäste erwartet alle zwei Monate eine neue Wundertüte. Gleiches gilt für die Vortragskünstler, die sich traditionell gegenseitig verblüffen. Am 16. September, wenn sich die Sonnenbräune zu pellen beginnt, geht’s los, mit den Gästen Sven Kamin und Benjamin Kaiser. Wir freuen uns auf Euch!
Bielefeld, 01. März 2011
»Invaders must die«, dröhnt es menschenfreundlich aus den Boxen meiner Anlage – wenn man denn den silbernen Musikwürfel als »Anlage« bezeichnen möchte, hat der kleine Klangerzeuger doch nichts mehr mit den voluminösen Stereoanlagen zu tun, die früher in das Kinderzimmer eines jeden praktizierenden Metalhead gehörten.
»The Prodigy« sind es übrigens, die hier fröhlich Eindringlingen mit dem Tode drohen – so bringt man sich für Rock’n'Roll-Lesungen in Stimmung!
Heute geht es auf Einladung von Micha-El Goehre nach Bielefeld. Wie immer wird auf der Fahrt dorthin gefachsimpelt, was unser Fan-Sein hergibt. Kollege Burgwächter outet sich als Anhänger reaktionärer und rigider Moralvorstellungen. Wir pflichten ihm bei.
Im Black Rose in Bielefeld angekommen bereitet Herr Goehre schon die Lesung vor. Der Schützensaal des metalaffinen Dorfkrugs ist bereits festlich rockistisch geschmückt. Das gilt auch für das langsam eintrudelnde Publikum. Es ist fachkundig und langhaarig und deutlich jünger als bei anderen Read em all-Lesungen. Und Micha »Black Metal« Goehre ist eine echte Bereicherung unseres Trios.
Seltsamerweise kommt nach der Lesung einer der Zuhörer zu unserem Büchertisch und unterstützt Tills absurde Behauptung, dass »Hallows Eve« nur ein einziges gutes Lied geschrieben hätten. Ich tue so, als sehe ich nicht, dass Till ihm einen 10-Euro-Schein zusteckt. Wie immer bin ich Verkaufskönig (acht Bücher bei einem Gesamtumsatz von 16,- Euro). Till verkauft kaum etwas (ca. vier Bücher bei einem Gesamtumsatz von 70,- Euro). Irgendetwas läuft hier schief.
Auf dem Rückweg bedauern wir, keinen Fahrer und keinen Nightliner zu haben. Groupies lehnen wir ja aus moralischen Gründen ab (siehe oben).
Braunschweig, 17. Dezember 2010
Liebes Tourtagebuch, wir haben uns heute viel vorgenommen. Unser Tagesziel ist es, einem Haufen zwielichtiger Satanisten (und ihren Schülerinnen, denn ein Lehrer mitsamt seiner Klasse ist heute auch erschienen) ein bisschen weihnachtliche Besinnlichkeit in den langbehaarten Schädel zu prügeln. Der Schauplatz dieses Verbrechens ist wieder einmal das wunderbare Café Riptide – der Täter kehrt bekanntlich immer wieder an den Tatort zurück.
Wir drei Read em all-Members lesen wie immer einen bunten Strauß von Evergreens, Raries, Outtakes und aktuellen Charthits. Unter anderem trage ich auch aus meinem Tourtagebuch vor – Till echauffiert sich ein wenig, da er meint, es ginge nicht, dass man in einem literarischen Werk die eigenen Bücher erwähnt, z. B. meinen Bestseller »Lasst dort Rock sein«.
Deswegen werde ich an dieser Stelle auch sein Hörbuch »Tillicus Glossicus Metallicus« weitestgehend verschweigen. Da es auf Scorpions-Lateinisch eingesprochen ist (der Titel deutet es ja schon an), kann es ja sowieso niemand verstehen – mit Ausnahme des Germanisten und Hobby-Altphilologen Dr. Frank Schäfer vielleicht, der übrigens heute sein neues Buch »111 Gründe, Heavy Metal zu lieben« vorstellt. Aber ich bin ja schon ruhig …
Gesprächsbedarf gibt es anscheinend auch über die Bedeutung der Thrash Metal-Band Hallows Eve – Herr Burgwächter meldet jedenfalls Gesprächsbedarf an, als ich sie in einem meiner Texte lobend erwähne. Auf der Vereinssitzung unseres Heavy Metal-Fanclubs »Dragon Slaughters and Dwarfs Daughters« wird dies sicherlich ein wichtiges Thema sein. Ich werde es jedenfalls auf die Tagesordnung setzen lassen.
Und einen – Trommelwirbel! – Special Guest haben wir heute Abend auch. Der Metal-DJ und Slam Poet Micha-El Goehre aus Bielefeld ist zu Gast. Er stellt wieder einmal unter Beweis, dass er einer der ganz großen deutschen Entertainer ist, dessen »Black Metal«-Textzyklus in der Sekundärliteratur übigens völlig zu Recht als in der Tradition von Dantes »Inferno« und Wolfgang Petrys »Hölle, Hölle, Hölle« stehend eingeordnet wird. Micha-El Goehre ist GOTT … Verzeihung … SATAN.
Nachtrag: Heute (19. Dezember) spielen Saint Vitus in Braunschweig. Hier zeigt sich wieder einmal, warum Heavy Metal einfach nicht tot zu kriegen ist. Wobei Saint Vitus ja eigentlichen keinen Heavy Metal machen, sondern Doom Metal. Damit sind sie truer als true. Und sogar traditioneller als ihre Vorbilder Black Sabbath. Insbesondere der Gitarrist wirkt auch weniger wie ein gestandener Metalhead, sondern mehr wie ein verkappter Hippie. Und das ist sicherlich kein Zufall, denn Saint Vitus betreiben ja seit Jahrzehnten die doppelte Aufhebung (im Sinne der Hegelschen Dialektik) der Hippie-Ideale von Liebe und Frieden. Man erklärt sie für obsolet, um sie gleichzeitig weiter zu propagieren. Das steht hier nicht nur, weil es stimmt, sondern weil ich auch mal viele Fremdwörter benutzen wollte.
Euphorie vermögen Saint Vitus an diesem Abend allerdings nicht hervorzurufen – für mehr als ein ekstatisches Kopfnicken reicht es bei den meisten Zuschauern nicht. Vielleicht liegt es daran, dass die Musiker so wirken, als würden sie Dienst nach Vorschrift machen. Wenn man bedenkt, dass ihr ehemaliger Schlagzeuger wenige Wochen vorher gestorben ist und damit jedes Konzert eine Art Requiem für ihn darstellt, ist dies vielleicht nicht weiter verwunderlich. The show must go on.
Aufstehen. Lesen. An den Strand gehen. Zeltmuschel aufbauen. Lesen. Ins Meer hüpfen. Lesen. Zeltmuschel abbauen. Fisch essen. Übers Leben nachdenken. Lesen. Schlafen. Und das alles 14 Tage lang. So ein Urlaub in Südspanien ist doch etwas Feines. Schade, wenn er vorbei ist.
Bei einem solchen Tagesablauf gibt es natürlich nicht viel zu berichten, außer dass ich mit dem Lesen von Kapielskis Gottesbeweisen und mehreren Murakami-Büchern bedenkliche Bildungslücken schließen konnte. Und dass ich eines Abends mit rund 80 spanischen Senioren in einem Strandlokal an der Costa Blanca vor einer komischen Leinwand saß und Bingo spielte. Man muss ja alles einmal ausprobieren. Um mitreden zu können und um Eindrücke zu sammeln, die man in den Geschichten verbraten kann, welche man hier im Blog und auf den hiesigen Lesebühnen vorzustellen gedenkt.
Die Sommerpause 2010 erkläre ich hiermit offiziell für beendet. Meine Kollegen und ich stehen schon wieder voll im kreativen Saft. Müssen wir ja auch. Denn mit der Braunschweiger Kulturnacht 2010 am 28. August steht für die bei wortmax beworbenen Künstler ein wichtiges Heimspiel an.
- Kollege Weyershausen und meine Wenigkeit werden in jener bewegenden Nacht unsere »111 Gründe« zum Besten geben. Ab 23.00 Uhr im Kleinen Haus des Staatstheaters (U22). Musikalisch begleitet werden wir von der britischen Psychedelic-Rock-Legende Robert »Watson« Wood – solo an der E-Gitarre.
- Kurz vorher, ab 21.00 Uhr, werden Herr Klingenberg, Herr Burgwächter und Herr Schäfer das Café Riptide aufmischen – mit ihrer bundesweit erprobten Heavy-Metal Lesung Read’em all.
- An der Ferdinand-Brücke ist unsere liebe Freundin Julia Wally Wagner im Einsatz.
- Die Ateliersgemeinschaft Tatendrang-Design bietet eine Sonderausstellung und Theater.
- Hardy Crueger liest ab 20.15 Uhr am Bootssteg am Theaterpark aus seinen Okergeschichten.
- Und vor dem Thalia-Buchhaus präsentieren Stefan Jakobs & Co. aus Helmstedt ihre arbeitsmarktpolitisch-mathematische Perfomance »1EDV – Die 1 Euro Datenverarbeitung«.
Das ganze Programm zur Braunschweiger Kulturnacht 2010 findet Ihr hier.
Sollten wir alle unversehrt durch diese Nacht kommen, bleibt uns nicht viel Zeit zum Ausruhen. Denn am Freitag, den 10. September, beendet auch unsere Lesebühne »Bumsdorfer Auslese« ihre Sommerpause.
Auskommen müssen wir ohne Wiebke Saathoff und MarcD. aus W., die an diesem Abend ausnahmsweise einmal Wichtigeres zu erledigen haben. Dafür hat unser Chef-Organisator Herr Klingenberg mit Christian Friedrich Sölter aus Hannover wieder einen hochkarätigen Gast für unsere Auftrittsreihe in der KaufBar shanghaien können. Das Thema des Abends lautet: Ringelpiez und Eurythmie. Was jeder von uns darunter versteht, wird man sehen und hören.
Also, es gibt viel zu tun. Lassen wir es und uns nicht länger herumliegen!

Die Bumsdorfer Auslese am 8. Januar 2010.
Würde die zweite Bumsdorfer Auslese am 8. Januar 2010 wirklich stattfinden? Ich muss gestehen, ich hatte Zweifel. Nicht etwa wegen Auflösungserscheinungen des Ensembles, sondern wegen dem Sturm- und Schneetief Daisy, das mir der Wetterfrosch vom Zweiten Deutschen Fernsehen einen Abend zuvor apokalyptisch angekündigt hatte. Welche Sau mag bei einem solchen Schweine(grippen)wetter schon seinen Fuß vor die Tür setzen, geschweige denn ihn zusammen mit seinem zweiten Fuß durch meterhohe Schneeverwehungen zu einer Dichterlesung schleppen?
Dick vermummt brach ich in Richtung KaufBar auf. Die Bühne dort ist leicht höhergelegt. Ich dachte mir: Wenn dort wider Erwarten jemand in der ersten Reihe Platz nehmen sollte, würde er während der Lesung auf meine billigen Winterstiefel starren. Das durfte nicht sein. Also packte ich mir vorsorglich noch ein Paar Halbschuhe ein. Da es eine literarische Veranstaltung war, zu der ich fuhr, steckte ich die eleganteren Ersatzlatschen in eine Stofftasche mit dem Aufdruck »arte«. Mein Kulturbeutel. Nur so wird ein Schuh draus.
Doch all meine Sorgen erwiesen sich als unbegründet. Als ich in der KaufBar ankam, war von Daisy noch immer keine Spur. Und dass unsere Zuhörerschaft bei kälterem Wetter lieber auf dem Sofa liegen bleibt, kann man auch nicht behaupten. Im Gegenteil. Dreimal bin ich in der KaufBar inzwischen aufgetreten. So voll wie an diesem Abend war es meiner Meinung nach noch nie. (Ich weiß jetzt, dass die KaufBar einen Keller hat, und dass dort noch jede Menge Stühle stehen.)
Unter solchen Voraussetzungen konnte die anschließende Veranstaltung natürlich nur gelingen. Ich bin sicher, ich hätte etwas verpasst, wenn ich nicht dabei gewesen wäre. Wir haben jetzt ein Maskottchen, den Lesebiber. (Nein, das ist nicht der langhaarige Pianist, der unsere wortreichen Beiträge hinterrücks zu untermalen versucht). Der Lesebiber ist ein in der KaufBar aufgespürtes Plüschtier. Es wird bei künftigen Auslesen in Bumsdorf immer dabei sein und dafür sorgen, dass wir auf dem Autorensofa noch enger zusammenrücken (müssen) und es dort zwangsläufig noch viel kuscheliger wird als bisher.
Achja, und gelesen wurde auch. Zu den Vortragenden gehörten neben den Ensemble-Mitgliedern Wiebke Saathoff, Axel Klingenberg, Marcel Pollex, Holger Reichard, Play-it-again-Ben-Büttner, Daniel Terek die wunderbaren Gäste Luc Degla und MarcD. aus W. (Till Burgwächter war an diesem Abend entschuldigt. Er weilte in Norwegen und hatte dort auf schwarzen Messen sicher nicht nur mit einer hiesigen Black Metal Band zu kämpfen, sondern – so nahe am Nordpol – wohl auch mit der Mutter aller Daisys.)
Einer der vielen Höhepunkte der zweiten Bumsdorfer Auslese war Daniel Terek, der uns den Sinn des Lebens erklärte, und zwar aus der Sicht einer Kinder-Mortadella mit Gesicht. Gelernt haben wir schließlich auch noch etwas: Russischer Wodka kommt nicht aus Russland, sondern aus Benin. Danke Luc! Und Dank an das zahlreich erschienende Publikum, das sich von Daisy nicht beirren ließ und ohne das Bumsdorf (und damit das Leben) keinen Sinn ergäbe.
Bumsdorf-Mäzen Andreas Reiffer hat den Abend – wie immer – wunderbar dokumentiert. Mit vielen Fotos (klickt oben auf das große Bild oder hier) und in bewegten wie auch bewegenden Bildern:
Das neue Jahr ist schon über die Startlinie gestolpert und auch die sechs Literaten der Bumsdorfer Auslese und ihr daumenkinoflinker Pianist scharren schon mit den Hufen, um dem verehrten Publikum den Sinn des Lebens zu erklären. So lautet zumindest das Thema des diesmaligen Abends.
Und eigentlich sind es diesmal auch nur fünf gebürtige Bumsdorfer, denn Till Burgwächter lässt sich vielmals entschuldigen, aber er muss eine menschenopfernde norwegische Black Metal-Band in ihrer geräumigen Wohnhöhle in der Nähe des Nordpols interviewen. Für den Fall, dass er von dieser Mission lebend und vollständig zurückkommt, wird er selbstredend beim nächsten Mal wieder Rede und Antwort stehen bzw. vom Blatt ablesen.
Wie dem auch sei: Die Bumsdorfer Dorfschreiber haben sich diesmal deshalb gleich zwei Gäste eingeladen: Zum einen haben wir da Luc Degla (»Das afrikanische Auge«), seines Zeichens Dichter, DJ und da capo-Kolumnist, der einige seiner schönsten Texte vortragen wird; zum anderen wird MarcD. aus W. an diesem Abend zeigen, was eine Wolfsburger Slam-Harke ist.
Hier nochmal die harten Fakten:
Freitag, 08. Januar 2010
Bumsdorfer Auslese – Braunschweigs Lesebühne
mit Ben Büttner, Axel Klingenberg, Marcel Pollex, Holger Reichard, Wiebke Saathoff, Daniel Terek, MarcD. und Luc Degla. KaufBar, Helmstedter Str. 135, Braunschweig, Beginn: 20.00 Uhr
Und auch im November gibt es einen Termin, den sich alle Freunde des guten Geschmacks rot im Terminkalender ankreuzen sollten: Am 15. November treten mein Co-Autor Michael Völkel und ich im Rahmen der legendären »Bumsdorfer Gerüchteküche« in der (fast) noch legendäreren »Kaufbar« auf.
Aus dem Pressetext der Veranstalter:
»Auch in diesem Monat erwarten die festangestellten Gerüchteköche von Braunschweigs einziger (und damit gleichzeitig auch beliebtester) Lesebühne einige hochkarätige Honorarkräfte, um mit ihnen eine satirisch hochwertige Mahlzeit zuzubereiten. Zu Gast sind diesmal die Autoren Till Burgwächter, Michael Völkel und Karsten Weyershausen, die aus ihren neuesten Büchern lesen sowie einige Schwänke aus ihrer nicht enden wollenden Jugend zum Besten geben werden.
Bumsdorfer Gerüchteküche mit Axel Klingenberg, Roland Kremer, Daniel Terek und den Gästen Till Burgwächter, Michael Völkel und Karsten Weyershausen.
Am 15. November, 20.00 Uhr, Kaufbar, Bolchentwete 1, 38100 Braunschweig, Eintritt: 4,- €«
Ob ich »Schwänke aus meiner Jugend« zum Besten gebe, darüber muss ich erst mal nachdenken. Über SCHRÄNKE aus meiner Jugend erzähle ich natürlich gern: Es gab da 1985 mal einen saukomischen Ikea-Schrank mit Klapptür… Aber vielleicht genügt es ja, wenn ich ein paar Urlaubsdias (z. B. Ostsee, Sommer 1979) mitbringe.
Wer beide Veranstaltungen verpasst, hat zumindest die Möglichkeit, mir am 18. November in Dresden über den Weg zu laufen. Dann findet wieder der alljährliche Deutsche Karikaturenpreis statt. Die Fahrkarten sind reserviert, die Stifte gespitzt, die Unterhosen frisch gebügelt. Ich bin gespannt …
Und in der nächsten Woche könnt Ihr an dieser Stelle meinen ganz persönlichen Erlebnisbericht zur Buchmesse lesen.
Drei Viertel sind nichts Halbes und nichts Ganzes. Die komplette Drei hingegen ist eine runde Sache. Zumindest in punkto wortmax. Drei Anläufe waren erforderlich, bis wortmax endlich das wurde, was es heute ist: Die offizielle Schublade von Reichard, Weyershausen, Penzel, Burgwächter, Völkel und Steinert.
Die Geschichte einer Domain. wortmax 1.0 entstand bereits im vorigen Jahrtausend (Jaja, so lange gibt es diese Adresse schon.) und stand lange Zeit als schlichte Visitenkarte einsam und verloren in der Weite der vernetzten Welt. »Das bin ich. Das mache ich. Das sind meine Referenzen.« Viel mehr stand da nicht. Klingt wie »Mein Haus. Mein Boot. Mein Auto.« Das Feedback war überwältigend, nämlich Null auf der nach unten geschlossenen Richterskala.
Es musste erst eine ganze Welt zusammenstürzen, bis ich auf den Gedanken kam, die Sache einmal ganz anders anzugehen. Im Mai 2001 war das. Die Welt, die damals zusammenbrach, hieß Douglas Adams. Das große Idol starb um mindestens 120 Jahre zu früh und ließ die treue Fangemeinde seines Computerspiels Raumschiff Titanic, zu der ich bis heute gehöre, allein zurück.
Die Website zum Spiel wurde aus dem Netz genommen, noch bevor der liebe Doug unter der Erde war, geschweige denn in den Dichterhimmel aufsteigen konnte. Plötzlich geisterten wir Kapitäne so einsam und verloren in der Gegend herum wie einst wortmax 1.0 im Netz. Nackt. Nichts zu essen. Nur noch ein Handtuch im Gepäck und eine Anhalter-Weisheit im Kopf: DON’T PANIC!
Okay. Keine Panik. Unter wortmax 2.0 fand die Titanic-Community eine neue Bleibe. Weil ich unter dieser Adresse jedoch nicht nur Douglas Adams huldigen, sondern auch eigene Ergüsse zum Besten geben wollte, wurde das Ganze ein fürchterliches Mischmasch. Nicht unlustig, nicht uninteressant, aber sowas wie Corporate Design gab’s da nicht. Und neue Besucher hatten es schwer, den Sinn von wortmax 2.0 zu erkennen. So richtig erkannten wir diesen ja selbst nicht.
Glücklicherweise fand sich 2005 eine Kapitänin, die bereit war, die Reise mit dem Raumschiff Titanic unter neuer Adresse und mit klareren Vorstellungen fortzuführen. wortmax wurde wieder frei und schließlich das, was es heute ist: Die offizielle Schublade von Reichard, Weyershausen, Penzel, Burgwächter, Völkel und Steinert. Hatte ich das schon erwähnt?
Im Mai 2007 wird wortmax 3.0 zwei Jahre auf Sendung sein. Im vergangenen Februar haben wir die Website erstmals relauncht. Und neu hinzugekommen ist dieses weblog. Obwohl, so ganz stimmt das nicht. Ich hatte vorher schon zweimal versucht, ein weblog zu starten. 2005 und 2006. Nach einigen wenigen Einträgen verlor ich aber beide Male die Lust daran. Technisch und im Kontext zur eigentlichen Website stellten mich die ersten zwei Lösungen einfach nicht zufrieden.
Dieses weblog ist jetzt der dritte Versuch, und serendipity* sei Dank scheint jetzt alles zu passen. Das Technische, die Gestaltung und die Anzahl der Versuche, etwas mit Hand und Fuß ins Leben zu rufen. (Damit es hier nicht so leer aussieht, habe ich einige der Beiträge aus früheren weblogs importiert.)
Möglicherweise ist nach drei Einträgen wieder Schluss. Dann heißt es eben: »Ein Hoch auf die Vier!« Oder wir müssen bis zum 42sten Versuch warten, damit endlich ein Schuh draus wird. Denn laut Douglas Adams soll »42« die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens, des Universums und des ganzen Rests sein. Einstweilen sehe ich das noch anders.
*Inzwischen sind wir erneut umgezogen: auf wordpress.

»Schlaf ist eine Unhöflichkeit gegenüber der Nacht«, schrieb einst der deutsche Aphoristiker Hans Kudszus. Ich adaptiere diese komische Feststellung mal für mein Urteil über Jahreszeiten: »Der Winter ist eine Unhöflichkeit gegenüber den Rest des Jahres«. Zum Glück ist er jetzt vorbei, der Winter, nicht der Rest des Jahres.
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